Corona-Virus  Erkrankung

 

Aktuelle Informationen zum Corona-Virus                 Stand 16.9.2020

 

Wir befinden uns in einer Pandemie, d.h. einer Epidemie, die sich über viele Länder erstreckt. Inzwischen sind weltweit ca 30 Millionen Menschen erkrankt und fast 1 Million gestorben. Das Corona-Virus SARS-CoV-2 löst die Atemwegserkrankung Covid-19 aus und bedroht besonders die Älteren durch eine lebensgefährliche Lungenentzündung.  Kinder erkranken oft nicht, können das Virus aber verbreiten. Erwachsene erkranken in der Regel wie bei einer Grippe, manchmal mit schwerem Verlauf. Ab dem 50. Lebensjahr steigt die Gefahr der Lungenentzündung und steigt mit zunehmendem Alter die Sterberate immer stärker an.

Anfangs nahm man an, dass SARS-CoV2 die Atemwege befällt und nur bei schweren Krankheitsverläufen andere Organe geschädigt werden, doch Untersuchungen zeigten, dass SARS-CoV2 ein Multiorgan-Virus ist und primär neben den Lungen auch andere Organe wie Nieren, Gehirn, Herz, Leber oder Darm angreift.

Die deutsche Politik hat besonnen agiert, die Bürger haben solidarisch und gut mitgearbeitet, unser Gesundheitssystem war besser aufgestellt als in vielen anderen Ländern. Die exponentielle Anstiegsphase mit rasanter Zunahme der Infizierten flachte ab durch die strikten Sozial-Distanz-Maßnahmen und durch Hygiene. Die Schwerkrankenzahl blieb unter der Kollapsschwelle des Gesundheitssystems. So steht Deutschland im internationalen Vergleich sehr gut da:
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Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Wir sehen noch eine rasante Ausbreitung in einigen Ländern wie den USA. Auch bei uns kann sich jederzeit ein Ausbruch und eine neue Infektionswelle ereignen, wie das im Ansatz in den Fleisch-Fabriken in NRW geschah. Urlaubs-Heimkehrer und nachlassende Sorgfalt beim Einhalten des Abstands und Tragen der Masken befeuern die Gefahr, sogenannte Freiheits-Demonstrationen von Ignoranten ohne Abstand und Masken können die Virusaktivität potenzieren.Die täglichen Neuinfektionen haben mit 2000 bereits ein Drittel der Infektionszahlen in der exponentiellen Ausbreitungsphase erreicht, Zeichen einer beginnenden zweiten Welle. In Frankreich läuft mit 6000 täglichen Neunfektionen bereits die zweite Welle.

Die Strategien einzelner Länder gegen SARS-CoV2 unterscheiden sich zum Teil erheblich, erst die spätere Analyse wird zeigen, welches der richtige Weg war.

Sozialkontakt-Distanz, Mundschutz, Hygiene, und Quarantäne bei Infektion bzw Infekt-Kontakt sind die wirksamsten Mechanismen gegen eine schnelle Virus-Ausbreitung.  Das Diagramm zeigt die Infektkette mit den Infizierten-Zahlen ohne Maßnahmen (bei der Ansteckungsrate des SARS-Cov2 Virus von 2,5) und mit Maßnahmen (Ansteckungsrate 0,5), dazwischen die Infizierten in Deutschland. Die Ansteckungsrate (R-Wert) gibt an, wieviele Menschen ein Infizierter ansteckt.

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Wie sich schützen vor dem Virus ?  - ausführlicher

Am häufigsten werden die Viren durch Tröpfchen in der Luft und durch die Fein-Aerosole in der Luft über Atemwege und Augen übertragen, weniger über Kontakt durch die Hände!  Deswegen:

Nicht die Hände schütteln.

Beim Niesen und Husten: wegdrehen, in ein Papiertaschentuch oder zur Not in die Ellenbeuge.

Nicht mit den Händen ins Gesicht fassen.

Häufig die Hände 20-30 Sekunden lang mit Seife gründlich waschen.

2 Meter Abstand vor anderen Menschen halten.

Zu Hause bleiben. Sozial-Kontakt-Distanz in allen Bereichen einhalten.

Mund-Nasen-Schutz tragen in belebten Zonen und Geschäften, exakt angelegt. Am besten für Maskenträger und für Umstehende sind FFP2-Masken ohne Ausatemventil. In Hotspots ist eine Schutzbrille sinnvoll.

Hotspots der Ansteckungsgefahr:    Viele Menschen, eng aufeinander, stark atmend (Singen, Sport), ohne Maske, im geschlossenen Raum.

Was schädigt das Coronavirus?      Oft und gründlich Hände waschen (mechanisch),  Händedesinfektion (viruzid), Lüften (Trockenheit);  Absolut tödlich für Viren und Bakterien ist UVC-Strahlung (254nm). Deswegen verwenden wir in der Praxis tgl. UVC-Licht zur Entkeimung.

 

 

 

Wie die Krankheit erkennen ?

Nach einem ansteckenden Kontakt kann es 2 Tage bis 2 Wochen dauern, bis Krankheitssymptome auftreten. Die Krankheit kann wie jeder Atemwegsinfekt beginnen mit Halskratzen und Fieber, Nasenfluss, Schnupfen und Husten, aber auch nur mit Fieber und trockenem Husten. Geruchs- und Geschmackstörungen wurden beschrieben, manchmal auch Durchfall. In der Regel verläuft der Infekt wie eine leichte oder mittlere bis schwere Grippe, aber es kann eher zu einer Lungenentzündung kommen, die tödlich verlaufen kann.

Inzwischen wurde die Krankheit Covid19 analysiert, Einzelheiten sehen Sie hier. Die Unterscheidung Covid19, Influenza-Grippe, Grippaler Infekt und Allergie/Asthma ist diffizil.

 

 

Was tun im Krankheitsfall ?

Wenn Sie Krankheitssymptome ähnlich einer Grippe bekommen, überlegen Sie, ob Sie in den letzten 2 Wochen Kontakt mit Infizierten oder Erkrankten mit Covid-19-Verdacht hatten, ob Sie sich in der Nähe von infizierten Personen befanden, oder ob Sie in einem Risiko-Gebiet waren.

Bleiben Sie zu Hause!

Kontaktieren Sie uns bitte per Telefon in der Praxis, wir besprechen mit Ihnen die Situation nach dem aktuellen Stand. Näheres hier.

TelefonNummern:     KV Notdienst Praxis: 116 117,   Uniklinik Ulm: 0731 500 44448,    Gesundheitsamt Ulm: 0731 185 1050  /  0731 185 1730,    Land BW Hotline: 0711 904 39555.

Rachen-Abstrich-Stellen:     KV-Notdienst, Telefonische Anmeldung 116 117,    Uni Ulm Innere Medizin, Telefonische Anmeldung 0731 500 44448.    Die Drive-In Rachen-Abstrichstellen in Ulm am Festplatz Friedrichsau, Schotterparkplatz und in Ehingen am Festplatz (Stadion) wurden im Lauf des Juni geschlossen. Es ist geplant, mit jetzt zunehmender Zahl der Neuinfektionen durch Reiserückkehrer und Feierer wieder Drive-In-Abstrichstellen zu öffnen. Abstriche werden weiterhin von den speziellen Corona-Praxen durchgeführt (Tel 116 117).     Auch wir können einen Rachenabstrich durchführen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten bei Symptomen und Covid19-Verdacht, der Bund oder das Land in speziell gelagerten Fällen, zB Reiserückkehrer aus Risikogebieten, Personen mit direktem Kontakt zu Infizierten, Pflegeheimbewohner, Beschäftigte in Schulen KiGas und KiTas.

Für Nachbarschaftshilfe hier im Raum Erbach gibt es die Mail-Adresse: erbacher.helfen.erbacher@gmail.com, und die Telefonnummer: 07305 8290. Scheuen Sie sich nicht, hier um Hilfe für alltägliche Schwierigkeiten nachzufragen. Hier können Sie Ihre Hilfe anbieten; es haben sich schon viele Hilfsfreudige gemeldet.

Ein Kontakt für FFP-Masken und für MNS (Mund-Nasen-Schutz): Manfred Lehner, Kreuzbergstraße 6 in Westerstetten, Tel 07348 6064.

 

 

 Zahlen zur Corona-Pandemie

Tagesaktueller Bericht des Landesgesundheitsamtes BW
Links zu aktuellen Coronavirus Informationen
und guten Statistiken finden Sie hier
.

 

Sars-CoV2 in Deutschland: gesamt-Infizierte und tägliche Neu-Infektionen:

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Covid-19-in verschiedenen Ländern: Erkrankte und Bevölkerungsgröße:

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Auf dieser Seite  covidzahlworld  sind die wichtigen Parameter einzelner Länder aus der ganzen Welt zur Pandemie tabellarisch angegeben, für den heutigen und für die letzten 2 Tage. Sie können in der oberen Zeile die Suchparameter der Auflistungsreihenfolge ändern, zB. nach Ländergröße, Erkrankungen, Todesfällen auf 1Mio Einwohner etc suchen.

Von einigen Ländern werden die Angaben über Erkrankungen und Todesfälle leider geschönt, aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen.

Das Verhältnis von Krankheitsfällen und Todesfällen zur Einwohnerzahl eines Landes ist das Ergebnis von Landesstruktur, pandemiegerechtem Verhalten, politischer Handlungsfähigkeit und Effektivität des Gesundheitssystems und ist sehr komplex.  Eine gründliche Abhandlung hat das Netzwerk für evidenzbasierte Medizin veröffentlicht.
Gute Zusammenfassungen der Pandemie und Berichte zur aktuellen Lage auf den verschiedenen Kontinenten und in verschiedenen Ländern sind bei Wikipedia und bei der Neuen Züricher Zeitung zu finden.

Die Dunkelziffer von symptomfreien Infizierten gegenüber nachgewiesenen Infizierten und damit die Durchseuchung ist noch völlig unklar. Nach Studien in Italien ist die Dunkelziffer etwa gleich hoch wie die Zahl nachgewiesener Infizierten, nach Studien in Deutschland etwa das bis 5-fache, und es wird eine Durchseuchung der Bevölkerung von etwa 2% vermutet. Bis zu einer Durchseuchung von über 80% ist die Ansteckungsgefahr hoch, erst dann sinkt sie durch die Herdenimmunität.

 

Vieviele Menschen nach Infektion erkranken, ist noch unbekannt. Etwa 90% der Covid-19-Erkrankten machen eine leichte bis schwere 'Grippe' durch und sind nach 4 Wochen wieder geheilt. 5-10% erkranken schwerst mit Beatmungsnotwendigkeit, von den beatmeten Patienten sterben 60%. Auffallend ist, dass die Sterberate der Erkrankten etwas zurückgeht, eine Erklärung dafür wird gesucht.   Ab etwa dem 50. Lebensjahr steigt das Sterberisiko mit zunehmendem Alter deutlich an. Um sich selbst und um die Risikogruppe der Alten zu schützen, muss jeder Einzelne seinen Beitrag leisten, die Infektionsketten zu unterbrechen und die Virusausbreitung zu verlangsamen: durch Mundschutz, Abstand halten, Hygiene, Sozialkontakt-Distanz und bei Infektion Quarantäne.

 

Wie geht es wohl weiter?

Durch die bisherigen Maßnahmen wurde die Virus-Ausbreitung erfolgreich verlangsamt. Der Preis des Lockdown war der Wirtschaftseinbruch. Die Wirtschaft wird wieder hochgefahren, wobei durch die vermehrten Kontakte die Infektionszahlen steigen. Es besteht über Monate die Gefahr eines Ping-Pong-Effekts der Ansteckungswellen, immer mit der Kollapsgefahr unseres Gesundheitssystems. Um das zu verhindern, brauchen wir (siehe div. Tests):

1. bei jedem Atemwegsinfekt sofortige Testung mit dem Virusnachweis-Test, die konsequente Nachverfolgung der Infektionsketten und die Testung der Kontaktpersonen,

2. den Antikörper-Test für alle Personen nach Infekt, nach jedem Kontaktverdacht, vor Kontakt zu Risikopersonen. Damit werden Personen gefunden, die Covid-19 bereits hatten und nicht mehr ansteckend sind. Sie können wieder zur Schule, in den Arbeitsprozess, Risikopersonen versorgen.

3. Massentestungen mit dem AK-Test, um die tatsächliche Durchseuchung der Bevölkerung festzustellen,

4. die datensichere HandyApp, um Kontaktpersonen von Neuinfizierten zu warnen und neue Infektionsketten zu verhindern,

5. konsequente Mitarbeit der gesamten Bevölkerung, jedes Einzelnen, mit Social Distancing und Maske als Basis für den Erfolg, und besonders durch breite Nutzung der Handy-App als Schlüssel, Infektionsketten schnell zu durchbrechen.

 

Was in den nächsten Wochen und Monaten passiert, weiß niemand. Zwei Dinge sind entscheidend: 1.das Verhalten der Bevölkerung, ob sie die Ausbreitung des Virus fördert oder bremst. Sorglosigkeit und Nicht-Einhalten der Schutzmaßnahmen ist hochgefährlich.   2.das Verhalten des Virus, ob es wiederkommt, evtl mutiert und verändert, schwächer oder gefährlicher wiederkommt. Das Sommerwetter mit mehr UV-Licht und Trockenheit hat das Virus gebremst, jetzt wird es wieder gestärkt durch feuchte Kälte und die Verlagerung des Lebens von draußen in Räumlichkeiten.

 

Mit einer Impfung kann die Bevölkerung ohne Krankheit gegen SARS-CoV2 immunisiert werden. Doch bis zur Bereitstellung eines Impfstofffs vergeht noch viel Zeit. Wir müssen noch viele Monate mit dem Virus SARS-Cov2 leben.  Deswegen sollten wir unsere Sozialkontakte beschränken, müssen konsequent im öffentlichen Raum und in Geschäften einen Mundschutz tragen und das Abstandsgebot einhalten, müssen die Hygiene-Regeln beachten und vor Allem die Handy-Warn-App nutzen, um die Ausbreitung des Virus weiter zu verlangsamen. Die Wissenschaft wird es mit einem Imfstoff besiegen.

 

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