Corona-Virus  Erkrankung

 

Aktuelle Informationen zum Corona-Virus                 Stand 28.3.2020

 

Wir befinden uns in einer Pandemie, d.h. einer Epidemie, die sich über viele Länder erstreckt. Das Corona-Virus SARS-CoV-2 löst die Atemwegserkrankung Covid-19 aus und bedroht besonders die Älteren durch eine lebensgefährliche Lungenentzündung.  Kinder erkranken oft nicht, können das Virus aber verbreiten. Erwachsene erkranken in der Regel wie bei einer Grippe, nur manchmal mit schwerem Verlauf. Ab dem 50. Lebensjahr steigt die Gefahr der Lungenentzündung und steigt mit zunehmendem Alter die Sterberate immer stärker an.   Wir befinden uns jetzt in der exponentiellen Anstiegsphase mit rasanter Zunahme der Infizierten-Zahlen. In etwa 1 Woche werden die Schwerkrankenzahlen hochschnellen und wenig später die Todesrate ansteigen.

Die Politik behauptet, Deutschland sei vorbereitet. Das stimmt in der Praxis nicht. Es gibt politische Handlungs-Anweisungen wie Tragen von Schutzbekleidung und Isolierung der Infizierten in Extrazimmern in Arztpraxen , Bereithaltung von 28.000 Intensivbetten in Krankenhäusern. Die Realität ist: Es gibt im Handel keine Schutzbekleidung, keine Masken und keine Desinfektionsmittel. Es gibt in Arztpraxen keine Isoliermöglichkeiten. Die 28.000 Intensivbetten sind größtenteils belegt, die Krankenhäuser haben räumlich und personell kaum Kapazitäten für viele Covid-19-Patienten, sie arbeiten schon vorher am Limit. Trotzdem ist unser Gesundheitssystem besser aufgestellt als in vielen anderen Ländern.

Schon Anfang Februar haben wir Schutzmasken, Schutzbrillen und Schutzanzüge bestellt, als die Krankheit nur in China war, aber wir haben bis jetzt keine Schutzmasken bekommen. Für Patienten, die mit Infekt in die Praxis kommen, haben wir letzte, stark überteuerte Mundschutz-Packungen erstanden. Erst Ende Februar kamen Handlungsanweisungen der KV (Kassenärztliche Vereinigung) für die Arztpraxen. Jetzt, Ende März, hat die KV 10 (!) Masken und einfache Schutzanzüge geliefert. Erfreulich ist, dass viele Krankenhäuser freie Kapazitäten für Covid-19-Patienten geschaffen haben, und einige Ersatz-'Krankenhäuser' in Vorbereitung sind. Viele Medizinstudenten haben sich gemeldet, in der Patientenbetreuung zu helfen.

Wir müssen an der Basis für unsere Gesundheit agieren: der Gesunde, der Infizierte, die Arztpraxis. Das Wichtigste ist, durch Hygiene, durch strikte Einschränkung der sozialen Kontakte und durch Quarantäne die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Dadurch wird die Zahl der gleichzeitig Schwerkranken gestreckt, sodass unser Gesundheitssystem in der Lage ist, alle Schwerkranken adäquat zu versorgen.

 Sozial-Kontakt-Distanz und Quarantäne sind die wirksamsten Mechanismen gegen eine schnelle Ausbreitung:

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Wie sich schützen vor dem Virus ?

Am häufigsten erfolgt die Infektion über Tröpfchen in der Luft in Atemwege und Augen und über Kontakt durch die Hände!  Deswegen:

Nicht die Hände schütteln.

Beim Niesen und Husten: wegdrehen, am besten in ein Papiertaschentuch (danach wegwerfen), oder zur Not in die Ellenbeuge, nie in die freie Luft, schon gar nicht in Richtung einer Person.

Nicht mit den Händen ins Gesicht fassen.

Häufig die Hände 20-30 Sekunden lang mit Seife gründlich waschen und abtrocknen: vor dem Essen, vor Umgang mit Lebensmitteln, nach dem Heimkommen, vor und nach dem Toilettengang.

Häufig Lüften zur Keimlast-Verdünnung der Luft.

1,5 Meter Abstand vor anderen Menschen halten, mindestens 2 Meter vor Kranken.

Öffentliche Räume mit vielen Menschen meiden. Erledigen Sie da nur das Notwendigste. Am besten zu Hause bleiben oder sich in der freien Natur bewegen, Sozial-Kontakt-Distanz in allen Bereichen einhalten. Inzwischen sind Ansammlungen von mehr als 2 Personen in der Öffentlichkeit verboten.

Bei weiterer starker Virusausbreitung kann in öffentlichen Räumen eine FFP3(od.2)-Maske und eine Schutzbrille einen gewissen Schutz bringen. Dabei ist ein dichter Sitz der Maske wichtig, besonders passgenau an der Nase, dass keine 'Fremdluft' am Mundschutz vorbei geatmet wird. Der Nutzen des Chirurgischen Mund-Nasenschutzes ist umstritten. Sicher ist, er schützt die Anderen vor eigenen Keimen, und er reduziert, exakt angelegt, die Keimlast in der eingeatmeten Luft. Die Masken verlieren bei Durchfeuchtung ihre Funktion. Wegen Maskenmangel desinfizieren wir sie nach 2-4 Std Tragedauer im Backofen bei 80°C 1 Stunde lang. Nach Untersuchungen sterben Coronaviren bei 58°C nach 15 Min.

Was schädigt das Coronavirus?      Oft und gründlich Hände waschen (mechanisch),  Händedesinfektion (viruzid), Lüften (Trockenheit);  Absolut tödlich für Viren und Bakterien ist UVC-Strahlung (254nm). Deswegen verwenden wir in der Praxis tgl. UVC-Licht zur Entkeimung.

 

 

 

Wie die Krankheit erkennen ?

Nach einem ansteckenden Kontakt kann es 2 Tage bis 2 Wochen dauern, bis Krankheitssymptome auftreten. Die Krankheit beginnt wie jeder Atemwegsinfekt mit Halskratzen und Fieber, Nasenfluss, Schnupfen und Husten, manchmal auch Durchfall. Geruchs- und Geschmackstörungen wurden beschrieben. In der Regel verläuft der Infekt wie eine mittlere bis schwere Grippe, aber es kann eher zu einer Lungenentzündung kommen, die tödlich verlaufen kann.

 

 

Was tun im Krankheitsfall ?

Wenn Sie Krankheitssymptome bekommen, überlegen Sie, ob Sie in den letzten 2 Wochen Kontakt mit Infizierten oder Erkrankten mit Covid-19-Verdacht hatten, ob Sie sich in der Nähe von infizierten Personen befanden, oder ob Sie in einem Risiko-Gebiet waren.

Bleiben Sie zu Hause! Kommen Sie nicht in die Praxis!

Kontaktieren Sie uns bitte per Telefon in der Praxis, wir besprechen mit Ihnen die Situation. Wir schreiben Ihnen eine Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung und empfehlen Ihnen geeignete Maßnahmen und Medikamente.

Bleiben Sie zu Hause, vermeiden Sie unbedingt Kontakte zu weiteren Personen. Lassen Sie sich die Medikamente und Nahrungsmittel von Anderen holen.

Wenn die Möglichkeit einer Corona-Erkrankung besteht und Sie Symptome haben, wird bei Ihnen ein Rachen-Abstrich gemacht: nach telefonischer Anmeldung durch den KV-Notdienst oder in der Corona-Ambulanz der Uniklinik Ulm. Wir können derzeit noch keine Abstriche durchführen, weil die Anfang Februar bestellten Schutzmasken und Abstrichröhrchen noch nicht geliefert wurden. Die Laboruntersuchung des Abstrichs dauert einige Stunden. Bei begründetem Verdacht muss eine Meldung an das Gesundheitsamt erfolgen.

Die Abstrich-Stellen von KV und Uni Ulm sind überlastet.  Es wurden Drive-In-Messstellen eingerichtet:   Ulm, Festplatz Friedrichsau, Schotterparkplatz;   Ehingen, Festplatz (Stadion)

Bei einer Coronavirus-Erkrankung ändert sich für Sie zunächst nichts. In den meisten Fällen verläuft die Krankheit wie eine Grippe. Wichtig ist: Bleiben Sie absolut zu Hause, vermeiden Sie jeden persönlichen Kontakt. Sollten sich Zeichen einer Lungenentzündung einstellen, kontaktieren Sie uns wieder per Telefon. Wir werden dann die weiteren Schritte veranlassen.

Zeichen einer Lungenentzündung sind: schweres Krankheitsgefühl mit Husten, trocken oder mit Auswurf, mit schnellerem Atmen, eventuell mit Luftnot, und eventuell mit Schüttelfrost.

Wenn der Test auf Corona Virus positiv ist, erfolgt eine Meldung an das Gesundheitsamt. Sie selbst müssen überlegen, welche Personenkontakte Sie in den letzten 2 Wochen hatten. Das Gesundheitsamt wird dann diese Personen kontaktieren.

TelefonNummern:

KV Notdienst Praxis:   116 117

Uniklinik Ulm:   0731 500 44448

Gesundheitsamt Ulm:     0731 185 1050  /  0731 185 1730

Land BW Hotline:   0711 904 39555

 

Rachen-Abstrich-Stellen:

KV-Notdienst.   Telefonische Anmeldung  116 117

Uni Ulm Innere Medizin.   Telefonische Anmeldung  0731 500 44448

Drive-In  Ulm, Festplatz Friedrichsau, Schotterparkplatz

Drive-In  Ehingen, Festplatz (Stadion)

 

Für Nachbarschaftshilfe hier im Raum Erbach gibt es die Mail-Adresse: erbacher.helfen.erbacher@gmail.com, und die Telefonnummer: 07305 8290. Scheuen Sie sich nicht, hier um Hilfe für alltägliche Schwierigkeiten nachzufragen. Hier können Sie Ihre Hilfe anbieten; es haben sich schon viele Hilfsfreudige gemeldet.

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Links zu aktuellen Coronavirus Informationen:

Aktuelle Statistiken

www.uniklinik-ulm.de

www.alb-donau-kreis.de

www.gesundheitsamt-bw.de/lga/DE/Startseite/aktuelles/Termine_Hinweise/Seiten/Coronavirus.aspx

www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

www.kvbawue.de/praxis/aktuelles/coronavirus-sars-cov-2/

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html

https://www.who.int/health-topics/coronavirus

 

www.ebm-netzwerk.de/de/veroeffentlichungen/covid-19

 

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Die Sars-CoV2 Infektionszahlen in Deutschland und den betroffensten Ländern:

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Covid-19-Erkrankte in verschiedenen Ländern, absolut und auf 100.000 Einwohner:

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Das Verhältnis von Krankheitsfällen und Todesfällen zur Einwohnerzahl eines Landes ist das Ergebnis von Landesstruktur, pandemiegerechtem Verhalten, politischer Handlungsfähigkeit und Effektivität des Gesundheitssystems. Dies ist jedoch sehr komplex und von vielen Faktoren abhängig.  Eine gründliche Abhandlung hat das Netzwerk für evidenzbasierte Medizin veröffentlicht:  www.ebm-netzwerk.de/de/veroeffentlichungen/covid-19

Die Einschätzung der Gefahr, sich mit dem Sars-CoV2-Virus zu infizieren, bei Infektion schwer zu erkranken, bei schwerer Erkrankung zu sterben, ist von vielen Faktoren abhängig und schwer zu erfassen. In China sind bei 80.000 Covid-19-Erkrankten nach 3 Monaten 90% wieder geheilt. Ca 5% der Erkrankten sind gestorben. Da meist über 50-Jährige schwer erkranken, steigt das Sterberisiko mit zunehmendem Alter enorm an. Um diese Risikogruppe zu schützen, kann und muss jeder Einzelne seinen Beitrag leisten, um die Infektketten zu unterbrechen und die Virusausbreitung zu verlangsamen: durch Hygiene, Sozialkontakt-Distanz und Quarantäne.

 

Wie geht es wohl weiter?

Ziel ist zunächst, die Virus-Ausbreitung durch Soziakkontakt-Distanz zu verlangsamen, aber der Preis ist der Einbruch der Wirtschaft. Wenn das exponentielle Wachstum der Neuinfiziertenwelle abflacht, muss die Wirtschaft wieder angeworfen werden, um den Schaden für die Bevölkerung mit vielen existenziellen Notlagen zu begrenzen. Die dann wieder ansteigende Infektionszahl ist tolerabel, solange die Schwerkrankenzahlen unter der Kollapsschwelle des Gesundheitssystems liegen. Um die Rsikogruppe der Alten zu schützen, wird für sie weiter Sozialkontakt-Distanz nötig sein.Der Zeitpunkt für das Hochfahren der Wirtschaft muss sensibel zwischen Politikern und Virologen abgestimmt werden.

Die Virologen erwarten eine Durchseuchung der Bevölkerung von bis zu 80%, bis durch diese Herdenimmunität ein Schutz für die Alten besteht. Der Preis ist eine noch nicht abschätzbare Totenzahl. Um diese nieder zu halten, brauchen wir schnell einen Antigen-Antikörper-Test, um zu prüfen, ob eine Person die Covid-19-Krankheit gehabt hat und nicht mehr ansteckend ist. Und wir brauchen die Impfung, um die Bevölkerung ohne Krankheit gegen SARS-CoV2 zu immunisieren.

 

Ein großes ethisches Dilemma, auf 2 Ebenen

Gesellschaftspolitisch: Auf der einen Seite steht der Einbruch der Wirtschaft mit vielen existentiellen Niedergängen, und deren Folgen, auf der anderen Seite steht das Leben vieler, möglicherweise 10.000der Menschen der älteren Generation.

Intensivmedizinischer-Alptraum: Beatme ich den 75-Jährigen weiter, obwohl er letztlich keine Überlebenschance hat, und lasse daneben den 40-Jährigen sterben, weil es kein freies Beatmungsgerät gibt. Oder hänge ich den 75-Jährigen ab, weil er nach 10 Tagen Beatmung sicher doch stirbt, und gebe das Beatmungsgerät dem 40-Jährigen mit Überlebenschance?

 

Weit weg und kein direkter Bezug zu uns? Covid 19 nähert sich immer schneller: China weit weg, Italien mit 8.000 Toten in 3 Wochen näher, alle deutschen Bundesländer mit hohen Erkrankungszahlen nah. Und hautnah: Covid 19 kann bald Partner, Mutter, Schwester, Sohn, einen selbst treffen.

 

Wir müssen konsequent Sozialkontakt-Distanz halten, um jetzt die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Das Sommerwetter mit mehr UV-Licht und Trockenheit wird das Virus bremsen, und die Wissenschaft mit einem Imfstoff wird das Virus besiegen.

 

 

 

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